Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie

Uni-Forscher weltweit häufig zitiert

10.12.2015

Thomson Reuters' Erhebung umfasst nach eigener Aussage "einige der einflussreichsten Köpfe der Welt." Insgesamt führt die Liste etwa 3.000 Forscher. Die Zitationshäufigkeit gilt als Messgröße für die wissenschaftliche Qualität einer Arbeit.

Drei Würzburger Uni-Professoren sind mit dem Prädikat "häufig zitierter Forscher" ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung durch das US-amerikanische Medienunternehmen Thomson Reuters bedeutet, dass ihre Arbeiten in der Wissenschaft weltweit außergewöhnlich stark beachtet und zitiert werden.

Die zu Mitte Dezember 2015 aktualisierte Liste umfasst die Professoren Jörg Vogel und Ingolf Steffan-Dewenter sowie den bereits 2014 aufgenommenen Professor Frank Würthner. Ihre Forschungsarbeiten der Jahre 2003-2013 gehörten zu dem einen Prozent der weltweit am häufigsten zitierten Arbeiten ihres Fachbereiches und damit zur Spitze der internationalen Wissenschaft.

Die Erhebung durch Thomson Reuters ist "fachbereichsnormalisiert". Dies bedeutet, dass die allgemeinen Zitiergewohnheiten der einzelnen Fächer in die Berechnung mit einbezogen werden und es sich nicht um eine bloße Erfassung der absoluten Zitationszahlen handelt.

Thomson Reuters' Erhebung umfasst nach eigener Aussage "einige der einflussreichsten Köpfe der Welt." Insgesamt führt die Liste etwa 3.000 Forscher. Die Zitationshäufigkeit gilt als Messgröße für die wissenschaftliche Qualität einer Arbeit. Thomson Reuters griff dafür auf umfangreiche wissenschaftliche Datenbanken zurück.

Jörg Vogel forscht an regulatorischen RNA-Molekülen in bakteriellen Krankheitserregern, wie etwa Salmonella, sowie in befallenen menschlichen Zellen. Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue, auf Hochdurchsatzsequenzierung beruhende Methoden, um RNA-Moleküle in hoher Auflösung zu erfassen und deren Wirkmechanismen zu verstehen. Damit hat er auch wichtige Grundlagen für die Anwendung von CRISPR/Cas für das "genome editing" gelegt. Der Biochemiker ist Professor und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) an der medizinischen Fakultät der Universität Würzburg und Sprecher des Zentrums für Infektionsforschung (ZINF). Er ist ein gewähltes Mitglied der Europäischen Molekularbiologie-Organisation EMBO sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina).

Ingolf Steffan-Dewenter ist Tierökologe, Insektenkundler und Imker. Er erforscht die Auswirkungen von Klimawandel, Habitatfragmentierung, Landnutzungsänderungen und invasiven Arten auf die Artenvielfalt von Insekten und ihre Bedeutung für Ökosystemfunktionen in tropischen und temperaten Lebensräumen. Seine Forschungsarbeiten tragen zum Verständnis der Mechanismen bei, die das Vorkommen, die Häufigkeit und die Wechselbeziehungen von Arten bestimmen. In landwirtschaftlichen Systemen hat er wegweisende Untersuchungen zur Bestäubung von Kulturpflanzen, zur biologischen Schädlingskontrolle und zum Erhalt von Biodiversität durchgeführt. Laufende Forschungsprojekte werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft  im Sonderforschungsbereich 1047 "Insect timing", in der Forschergruppe 1246 "Kilimanjaro ecosystems under global change" und von der EU in mehreren europäischen Verbundprojekten gefördert.

Frank Würthner ist einer der Begründer des Gebiets der supramolekularen Materialchemie und entwickelt supramolekulare Polymere sowie Nanomaterialien auf Basis von Funktionsfarbstoffen für Anwendungen in der organischen Elektronik und Photovoltaik. Nach erfolgreichen Arbeiten zur Konversion von Sonnenlicht in Strom (Photovoltaik) beschäftigt sich Würthner seit 2012 auch mit Farbstoff-basierten Materialien, die mit Hilfe von Sonnenlicht Brennstoffe erzeugen können. Hierzu setzt er auf biomimetische Konzepte und entwickelt synthetische Nanoreaktoren, in denen Farbstoffe ähnlich wie in den natürlichen Photosyntheseapparaten die Energie des Sonnenlichts einsammeln und anschließend zur photokatalytischen Wasserspaltung nutzen. Dieses Ziel verfolgt er als Mitglied im bayerischen Forschungsnetzwerk "Solar Technologies go Hybrid", das vom bayerischen Wissenschaftsministerium im Zeitraum 2012 bis 2016 mit 50 Millionen Euro gefördert wird.

Molenkamp auch 2015 "Thomson Reuters Citation Laureate"

Weiterhin wird der Würzburger Physiker Laurens Molenkamp 2015 unter dem Prädikat "Citation Laureate" in einer Liste von Thomson Reuters geführt - wie bereits im Jahr zuvor. Das bedeutet, dass seine Arbeiten von enormer Bedeutung sind und in der weltweiten Wissenschaftsszene sehr stark beachtet werden.

Laut Thomson Reuters wurden Molenkamps Arbeiten in den vergangenen Jahrzehnten so oft zitiert, dass der Physiker damit zu den 0,1 Prozent der meistzitierten Wissenschaftler in seinem Fachgebiet zählt. Molenkamp gilt als einer der Väter der Halbleiter-Spintronik. Von dieser Technik wird erwartet, dass sie die Informationsverarbeitung und die Computertechnik deutlich leistungsfähiger machen wird. Der Physiker war weltweit der erste Forscher, dem die experimentelle Realisierung von topologischen Isolatoren gelang. Molenkamp hat mehrere international renommierte Preise erhalten, darunter auch den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgesellschaft im Jahr 2014.

Zur Homepage der "Thomson Reuters Highly Cited Researchers": highlycited.com

Kontakt

Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter, Leiter des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III), T.: +49 931 31-86947, E-Mail: ingolf.steffan@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Frank Würthner, Leiter des Lehrstuhls für Organische Chemie II, T.: +49 931 31-85340, E-Mail: wuerthner@chemie.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Jörg Vogel, Leiter des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie, T.: +49 931-31 80898, E-Mail: jorg.vogel@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Laurens Molenkamp, Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III, T.: +49 931 31-84925, E-Mail: molenkamp@physik.uni-wuerzburg.de

Von: Marco Bosch

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